Die österreichische Kreativwirtschaft

Die österreichische Kreativwirtschaft

nimmt in der heimischen Volkswirtschaft einen bedeutenden Platz ein. Ihr gehören zigtausende Kreative, Autoren, ausübende Künstlerinnen und Künstler, Verlage, Filmproduzenten, Musiklabels, Tonstudios, Medienunternehmen, Vertriebsfirmen, Handelsbetriebe, digitale Distributionsplattformen und vieles andere mehr an. Als typisches Branchenkonglomerat arbeitet die Kreativwirtschaft mit einem hohen Grad an Vernetzung und Arbeitsteilung. Die Impulse aus der Kreativwirtschaft wirken sich positiv auf andere Wirtschaftssektoren, etwa den Tourismus, aus und wirken auch dort stimulierend für Konsum, Investitionen und Wachstum.

Gesamtwirtschaftliche Bedeutung

Laut einer aktuellen Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts „Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Urheberrechten in Österreich“ löst die österreichische Kreativwirtschaft mittel- und unmittelbar einen jährlichen Produktionswert von € 34,12 Milliarden Euro aus und sichert knapp 300.000 heimische Arbeitsplätze. Die Kreativwirtschaft ist beschäftigungsintensiv und volkswirtschaftlich von hoher Relevanz.

Herausforderungen eines neuen Medienzeitalters

Aber die Herausforderungen, vor denen die heimische Kreativwirtschaft steht, werden immer größer. Dynamische Marktveränderungen, die Auswirkungen disruptiver digitaler Technologien, neue Marktteilnehmer, die Frage der nachhaltigen Finanzierbarkeit von Kulturproduktionen und die Änderungen im Nutzungsverhalten der Konsumenten setzten die traditionell kleinteilige Kreativwirtschaft stark unter Druck.

Vergütungen durchsetzen – auch gegenüber den Online-Giganten

Online-Plattformen – vor allem die Tech-Giganten aus dem Silicon Valley – gehen davon aus, dass wertvolle kreative Inhalte gegen minimale Vergütungen oder überhaupt gratis für ihre Geschäftsmodelle zur Verfügung zu stehen haben. Oftmals bewegen sie sich in rechtlichen Grauzonen, weil technische Innovationen schneller auf den Markt kommen als der gesetzliche Rahmen angepasst werden kann. Oder sie nehmen zu Unrecht Haftungsprivilegien für sich in Anspruch, die für ganz andere Anbieter geschaffen worden sind. Die für die Zukunft der Kreativwirtschaft enorm wichtige Monetarisierung des Contents im Internet wird so immer schwieriger. Während die Umsätze der Online-Plattformen in den letzten Jahren dynamisch anstiegen, stagnierte der Ertragskuchen der Kreativwirtschaft oder war – bei steigender Nutzung des Contents – sogar rückläufig. Gleichzeitig wird von einzelnen Künstlerverbänden ein Verteilungskampf angezettelt, der auf eine Umverteilung dieses Kuchens zulasten der Kreativunternehmen abzielt.